Ein neues Rettungsboot für die Spree!

(c) Tobias Demmler

"Die vordringliche Aufgabe der DLRG ist die Schaffung und Förderung aller Einrichtungen und Maßnahmen, die der Bekämpfung des Ertrinkungstodes dienen (Förderung der Rettung aus Lebensgefahr)." (Satzung der DLRG)

Eine dieser Einrichtung zur Bekämpfung des Ertrinkungstodes ist der Wasserrettungsdienst der DLRG in Berlin. Die DLRG Berlin Mitte beteiligt sich aktiv mit Rettungsschwimmern, Bootsführern und Tauchern an dieser Aufgabe. Jährlich werden so über 100 Einsätze geleistet und zahlreiche Veranstaltungen und Filmarbeiten in der Berliner Innenstadt abgesichtert. Ohne Material wären diese ehrenamtlichen Lebensretter jedoch auf sich alleine gestellt. Der Unfallort liegt oft nicht am Strand, sondern auf dem See oder flussaufwärts. 

Die Wasserretter der DLRG Berlin Mitte nutzen heute noch Rettungsboote, die vom Rettungsamt von (Ost-)Berlin übernommen wurden. Pelikan 61 "Müggel II" ist fast 60 Jahre, Pelikan 62 "Poseidon" ist über 30 Jahre alt. Beide Boote werden von den Ehrenamtlichen jedes Jahr aufwändig gewartet und gepflegt. Der Einsatz von April bis Oktober nagt jedoch merklich am Material. Motorprobleme plagen das Boot "Pelikan 62" beinahe regelmäßig und müssen von Fachwerkstätten behoben werden. Die Kosten und der zeitliche Aufwand für Wartung, Reparatur und Pflege sind immens. 


Das Vorhaben

Um wieder vollständig und zuverlässig mit einem schnellen Boot auf der Spree einsatzbereit zu sein, investiert die DLRG Berlin Mitte in ein neues Rettungsboot . Wir erhoffen uns daraus unter anderem:

  • zuverlässiges Material im Einsatz zu haben
  • Kosten und Aufwand bei Wartung + Pflege deutlich zu senken
  • multifunktionaler einsatzfähig zu sein, da ein neues Boot z.B. problemlos trailerbar ist
  • erneut deutlich zu machen, dass die DLRG in neues Material zur Bekämpfung des Ertrinkungstodes investiert

Die Anschaffung eines solchen Boots schlägt mit ca. 50.000€ zubuche. Diese Summe ist zu hoch, als dass wir sie selbst bewältigen können. Die DLRG Berlin Mitte finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Einnahmen aus der Ausbildung. Daher benötigen wir auf jeden Fall Spenden, um das Vorhaben im Jahr 2016 zu verwirklichen.

Unterstützen Sie uns jetzt mit ihrer Spende oder Mitgliedschaft! Die ehrenamtliche Arbeit der DLRG ist immer unterstützenswert. Zuwendungen an die DLRG Berlin können von der Steuer abgesetzt werden. Informationen zum Spenden finden Sie in der rechten Spalte. 


Aktueller Stand (Mai 2017)

Das neue Rettungsboot "Pelikan 62" ist seit 1. April 2017 im Dienst!

RÜCKBLICK:

Saison 2014: Wiederholt gibt es Probleme mit dem in die Jahre gekommenen Motor des Bootes "Pelikan 62". Auf Grund eines technischen Defektes ist das Boot "Pelikan 63" nicht einsatzbereit und liegt auf der Werft. Die Wasserretter der Station Friedrichshagen drängen auf Ersatz für die älteren Boote. Die Kosten für Motorreparaturen schlagen regelmäßig zu Buche.

November 2015: Die DLRG Berlin Mitte gewinnt die erste Runde der Aktion "50.000€ für Berlin" des Radiosenders Berliner Rundfunk 91.4. Die Summe von 10.000€ war von Beginn an für die Neuanschaffung eines Rettungsbootes gedacht. Endlich ist die Neuanschaffung eines neuen Bootes in greifbarer Nähe!

Dezember 2015: Der Vorstand der DLRG Berlin Mitte beschließt die Anschaffung eines neuen Rettungsbootes bis zu einer Summe von € 40.000. Der Beschluss wird vom Landesverbands-Rat bestätigt. Den Großteil der Summe trägt der DLRG Bezirk Mitte aus eigenen, gesparten, Mitteln und Spenden. Dank der 10.000€ vom Berliner Rundfunk muss kein Kredit aufgenommen werden.

Januar 2016: Die Stationsleitung legt sich in Absprache mit den übrigen Bootsführern der Station Friedrichshagen und dem Einsatzleiter der DLRG im Gebiet Süd-Ost auf den Bootstyp "Trave 640" der Schlichting-Werft fest. Es handelt sich um einen offenen GFK-Dreikieler, wie er seit vielen Jahren bei der DLRG eingesetzt wird. Angetrieben werden soll das Boot durch einen 170 PS starken Innenbord-Dieselmotor. Der Müggelsee als Berlins größtes Gewässer sorgt bei Wind schnell für starken Wellengang, sodass ein kräftiger Antrieb wichtig ist.

März 2016: Die Angebote für den Rumpf (Fa. Schlichting), Motor (Mercury) und Ausbauten (Fa. XX) liegen vor und werden zu Bestellungen. Nun wird zunächst der Rumpf angefertigt, die Ein- und Ausbauten von Motor, Aufbauten und Elektrik werden vor Ort in Lübeck erfolgen.

Mai - August 2016: Der Bootskörper wird gebaut, ebenso der Steuerstand. In mehreren Treffen vor Ort werden die Planungen angepasst, so rückt der Steuerstand gegenüber den ersten Entwürfen ein wenig weiter Richtung Bug, um das Boot bei schneller Fahrt nicht so stark hecklastig werden zu lassen. Dank des recht großen Innenraumes bleibt trotzdem noch genug Platz für die Versorgung eines liegenden Patienten.

Sommer 2016: Es muss allerlei Zubehör für das neue Boot angeschafft werden, da wir nicht alles aus den alten Booten übernehmen können und wollen. Es muss eine funktionieren Elektroanlage mit Sicherungen, Stromanschlüssen für Pumpen, Lampen etc. eingebaut werden. Das wohl sicht- und hörbarste Zubehör wird das Blaulicht mit Sondersignalanlage. Bei allen Lichtanlagen (Positionslicht, Scheinwerfer, Blaulicht) wird auf LED-Technik gesetzt. Das Boot soll dem neusten Stand der Technik folgen und möglichst lange eingesetzt werden können.

Anzuschaffendes Zubehör:

  • Blaulicht mit Sondersignalanlage
  • Positionsbeleuchtung
  • Arbeitslicht im Boot
  • Scheinwerfer
  • externe Lenzpumpe
  • "Steckdosen" im Boot für Zusatzgeräte
  • Funkgerät mit Lautsprecher
  • Echolot (Tiefenmesser)
  • Leinen, Anker, Fender, Bootshaken

September 2016: Die umfangreichen Arbeiten an der Elektrik verzögern die Fertigstellung des Bootes. Die einzubauenden Gerätschaften werden gemäß den Wünschen der Wasserretter ins Boot und den Steuerstand eingebaut.

Winter 2016/17: Anfang Dezember soll das Boot nach Berlin überführt werden. Über den Winter bleibt Zeit, die verbleibenden Arbeiten am Geräteträger und weiteren Edelstahlbauten zu beenden. DIe geschieht bei einer Firma in Rüdersdorf bei Berlin. Unterdessen werden die außer Dienst genommenen Rettungsboote Pelikan 62 (alt) und Pelikan 63 auf der Werft des Wasserrettungsdienstes "zivilisiert", damit sie verkauft werden können. Beschriftung, Funk und Blaulichtanlage werden ausgebaut. Zwei Privatnutzer kaufen die beiden Boote Anfang 2017.

Frühjahr 2017: Zum Beginn des Wasserrettungsdienstes 2017 wird das neue Rettungsboot "Pelikan 62" in seinen Einsatzbereich gebracht: Die Spree in Köpenick. Es erfolgen letzte Tests und die Ausrüstung mit dem bestehenden Material (Pumpen, AED, Notfallrucksack, Leinen usw.), dann ist das Boot einsatzbereit! Am 1. April 2017 ging das Boot an der Wasserrettungsstation Friedrichshagen in Dienst und sorgt seitdem zuverlässig für die Sicherheit der Wassersportler im Südosten Berlins.

Wir bedanken uns bei allen Spendern und Förderern, die das Projekt unterstützt haben! Auch unsere 400 Mitglieder leisten mit den Mitgliedsbeiträgen ihren Anteil. Ein besonderer Dank geht jedoch an die ehrenamtlichen Wasserretter, von denen ein Team im Winter jede freie Minute an dem neuen Boot Pelikan 62 und am über 60 Jahre alten Pelikan 61 verbracht haben, damit beide Boote zum Saisonbeginn einsatzbereit sind. Eine großartige Leistung!

Zukünftig soll eine Arbeitsplattform am Heck des Bootes montiert werden, über die Taucher ins Wasser ein- und aussteigen können und Verletzte aufs Boot gebracht werden können. Zur Anschaffung dieser benötigen wir Ihre Unterstützung! Wir freuen uns über Ihre Beteiligung an unserer Betterplace-Kampagne (siehe Link oben).